Von echten Hexen und Gerüchten
Freitag, September 24th, 2010
Allein schon das Wort “Hexe“ entfesselt jene morbide Faszination, die einen angenehmen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt. Was unterscheidet die Hexen von einst von den Hexen von heute? Die Antwort lautet:“ Nichts“. Die Hexen von früher waren sich ihrer Zugehörigkeit auf keinen Fall bewusst, bis man es ihnen auf brutalste Art und Weise sagte. Und wer sagte es? Menschen denen geholfen wurde durch diverses Hexenwissen.
Der Grat zwischen einer Kräuterfrau -, einer Hebamme -, einer Heilerin und einer Hexe war extrem schmal. Von den geschätzten 40.000 – 60.000 Todesopfern der Inquisition in Europa, ausgehend vom 13. Jahrhundert bis heute, waren die wenigsten wirkliche Hexen, Hexer, Ketzer, Teufelsanbeter, Teufelsbuhlen oder Zauberer. Auf beängstigende Weise war man damals wie heute angewiesen auf einen guten Leumund, nur mit ungleich härteren Konsequenzen.
Es reichte schon, wenn man aufhörte seine Nachbarschaft zu grüßen, wenn man sich zurückzog aus irgendwelchen Gründen, dann genügte eine Andeutung bei der Obrigkeit, und schon war man mittendrin im Hexenprozess. Was für Foltermethoden dann zum Einsatz kamen, kann man sich nicht wirklich vorstellen. Ein Arzt hat sich einmal, aus wissenschaftlichem Interesse, die Mühe gemacht zu dokumentieren was in einem menschlichen Körper vorgeht, der z.B. auf der Streckbank liegt, der den eisernen Stiefel angezogen bekommt, oder der mit glühenden Zangen gefoltert wird, es ist unglaublich was Menschen imstande sind Menschen anzutun.
Diesem Bericht zu lauschen hat mir schon gereicht als Empathin, deshalb möge man es mir verzeihen, dass ich auf Näheres über Foltermethoden und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper, selbst nicht eingehen kann. Über Foltermethoden der Inquisition kann man sich hier detailliert informieren » Die Inquisition kommt! «
Aufgrund der zeitlichen Entwicklungen des Hexenwahns kann man heute mit Fug und Recht behaupten, dass nicht Hexen das wirkliche Übel in dieser Welt sind. Wie viele Menschen und Gruppierungen standen in großer Zahl am Pranger?
Es waren die Christen die vom römischen Imperium in den Arenen verheizt wurden, es waren die Hexen im Mittelalter die als Machtdemonstration der Kirche bestialisch ermordet wurden, und es waren die Juden im 2. Weltkrieg… Und wofür? Es waren lediglich Gerüchte, die für dieses unendliche Leid verantwortlich waren. Hat die Menschheit daraus gelernt? Nicht wirklich. Moderne Hexenverfolgungen sind insbesondere in Afrika, Südostasien und Südamerika heute noch Gang und Gebe!
Was tun Hexen heute? Genau wie damals gibt es wenige, die man als echte Hexen bezeichnen kann. Es erfordert Mut diesen Weg zu gehen. Mut zum Individualismus in der Schubladenanordnung der jeweiligen Gesellschaft. Siehe Hexe » Petruja «. Eine echte Hexe hat die Tiefen der menschlichen Natur ausgelotet, und zieht sich Folge dessen zurück. Eine echte Hexe besitzt ein tiefes Wissen und Verständnis für die Zusammenhänge auf dieser Welt, und diese Erkenntnisse strafen alle Hoffnungen Lügen.
Eine echte Hexe geht auf keinen Traumpfaden, und deshalb wird sie auch gefürchtet, besonders von den “Herren“ dieser Welt. Heute gibt es andere Methoden eine Hexe mundtot zu machen, sie als gaga zu verschreien, gibt es doch genügend Pseudohexen die eifrig am Ruf einer echten Hexe sägen. Damit muss man als echte Hexe leben, also Vorsicht vor Pseudohexen, die sich in reger Öffentlichkeitsarbeit ergehen, und die sich auch noch als solche namentlich outen. Aber wem tritt denn eine echte Hexe heutzutage auf den Schlips? Allen Lügnern. So einfach ist das. Wer also eine echte und wahrhaftige Hexe um Rat fragen will, der hat es nicht leicht in die Zurückgezogenheit der letzten großen Weisen dieser Welt vorzudringen.
Dieser Tag heute hat für mich etwas von Sonnenflecken, die durch das Laub einer uralten Eiche, deren Zweige ganz leicht im Wind hin und her schwingen, auf dem Waldboden tanzen.
Nun, meine lieben Heidinnen und Heiden, ist es bald wieder so weit. Am 23.09.2010 ist das Fest der Tag und Nachtgleiche, Mabon, das heidnische Erntedankfest. Die Felder liegen abgeerntet und kahl in den nebligen Morgenstunden, und erwarten den Herbst. Ein Jahreszyklus vollendet sich, seit Urzeiten werden auf der ganzen Welt Erntedankfeste gefeiert.
Achte auf die Zeichen. Wie ist das gemeint? Und auf was für Zeichen soll man achten? Die Grenze zwischen Zeichen und Aberglauben ist ein schmaler Grat. Wie war das doch gleich noch mal mit der schwarzen Katze? Oder mit welchem Fuß soll man morgens nicht aufstehen? Ist der der Glückspilz des Tages, der das Lorbeerblatt im Eintopf findet, oder bringen gefundene Geldstücke mehr Glück als der tatsächliche Wert aussagt? Bedeutet ein zerbrochener Spiegel wirklich 7 Jahre Pech, und bringen Perlen zur Hochzeit der Braut Kummer und Tränen?
Ich war heute in der Bibliothek, Bücher abgeben und neue holen. Ich schwöre ich wollte nicht lauschen, aber ich bekam ein Gespräch im Nachbargang mit, und kam nicht umhin jedes Wort zu verstehen. Und das habe ich gehört.
